Das erste ökumenische Frauenfrühstück in Sandhausen fand im November 2012 statt. Das Projekt war gleich ein Erfolg und hat sich nun zu einer festen Veranstaltung etabliert.

Zweimal im Jahr, im Herbst und im Frühjahr, laden wir alle interessierten Frauen aus Sandhausen und der Umgebung ein. Das Frühstück findet wechselweise im katholischen Gemeindezentrum und im evangelischen Gemeindehaus statt.

Bei jedem Frauenfrühstück gibt es einen Vortrag aus dem Themenbereich Lebens- und Glaubensfragen. Jede Referentin prägt mit ihrem Beitrag die Aura der Veranstaltung.

Bei diesem lebendigen ökumenischen Projekt steht die Begegnung im Mittelpunkt. Unser Rahmenprogramm lässt viel Zeit für Gespräche und Austausch zu.

Unser ökumenisches Team ist inzwischen gut eingespielt und wird von vielen freiwilligen Helfern unterstützt.

Das reiche Angebot des Buffets wird geschätzt. Nach Möglichkeit kaufen wir sämtliche Lebensmittel bei Händlern in Sandhausen ein, um diese zu unterstützen. Und die vielen selbstgemachte Sachen wie Marmeladen, Kuchen, Hörnchen und Aufstrichen kommen immer sehr gut an.

Wohnst du noch oder lebst du schon? Wie wird aus meinem Heim ein Daheim?

Ökumenisches Frauenfrühstück am 03.02.18

Etwa 75 Frauen waren dabei, als am Samstag Vormittag zum zwölften Mal ein ökumenisches Frauenfrühstück in Sandhausen stattfand. Die Frauen waren gekommen, um sich für einige Stunden eine Auszeit vom Alltagsstress zu gönnen. Das reich gedeckte Frühstücksbuffet, der Sekt zur Begrüßung und der interessante Vortrag von Dorothea Hille trugen zu einem gelungenen Vormittag bei.

Selbstverständlich handelte es sich bei dem Vortrag nicht um eine Werbeveranstaltung für schwedische Möbel, vielmehr regte die Referentin an, sich auf die tieferen Werte des Lebens zu besinnen. Zu diesem Zweck wurden die Teilnehmerinnen in ihrer Fantasie durch ein selbst erdachtes Traumhaus geführt. In jedem Raum gab es gedankliche Anregungen.

Der erste symbolisch verstandene Ort war die Haustür. Jesus klopft ganz leise an unsere Tür. In der Welt ist es laut, und so fällt es uns schwer, das Klopfen wahrzunehmen.

Wir betraten die Wohnung, und schauten uns in jedem Zimmer um, bis wir vor der Rumpelkammer anhielten. Dort werden unsere Verletzungen und der unverarbeitete Schmerz aufbewahrt-all das, was wir niemandem zeigen wollen. Jesus sagt:“ Ich will dort hineingehen. Ich helfe dir, Ordnung zu schaffen.“

Im Badezimmer betrachteten wir uns im Spiegel und stellten fest: Ich muss mich nicht mit anderen vergleichen. Ich erkenne die Gaben, die Gott mir geschenkt hat, und bejahe meine Grenzen. Ich nehme mich als Person wahr.

Die Referentin sprach frei und gewann die Aufmerksamkeit der Zuhörer durch ihre Authentizität und  Ausstrahlung. Es wurde viel gelacht, doch als Dorothea Hille die dunkelsten Stunde ihres Lebens schilderte, den plötzlichen Tod ihres Sohnes, breitete sich Stille im Raum aus. Die Referentin knüpfte wieder an die Symbolik der Wohnung an: als sie die schlimme Nachricht bekam, waren gute Freunde zu Besuch, die Trost spenden konnten. Aus dieser Erfahrung heraus gab sie den Rat, immer das Gästezimmer bereit zu halten. „Viele haben ohne ihr Wissen Engel beherbergt“, heißt es in der Bibel dazu.

Berta von Suttner und ihr Einsatz für den Frieden

Ökumenisches Frauenfrühstück am 24.11.18

„Suche Frieden und jage ihm nach.“ Die Jahreslosung für 2019 könnte zugleich als Überschrift für das Lebenswerk von Berta von Suttner stehen. Am ökumenischen Frauenfrühstück erfuhren die Teilnehmerinnen viel Interessantes aus dem Leben dieser Frau.

Dr. Adelheid von Hauff hielt das Referat mit dem Thema „Berta von Suttner und ihr Einsatz für den Frieden“.

Berta von Suttner wurde 1843 in Prag geboren. Nachdem das Vermögen der Familie durch die Spielsucht der Mutter verloren ging, musste Berta selbst Geld verdienen. Das Schicksal wollte, dass sie als Sekretärin bei Alfred Nobel anfing, was eine lebenslange Freundschaft zwischen den Beiden enstehen ließ.

Als Journalistin und Schriftstellerin beschäftigte sie sich vor allem mit dem Thema Frieden. Sie schrieb unter Pseudonym weil eine Frau als Autorin in der damaligen Gesellschaft nicht akzeptiert wurde. Das Interesse für die Friedensbewegung verband sie mit Alfred nobel, obwohl die beiden ganz unterschiedlichen Standpunkte vertraten, wie Weltfrieden erzielt werden kann.Alfred Nobel war der Überzeugung, dass die fortgeschrittene Technologie Kriege in Zukunft verhindern könne. Die Abschreckung durch Waffen, vor allem seine eigene Erfindung das Dynamit, würde dazu beitragen, Kriege gar nicht erst entstehen zu lassen. Berta von Suttner argumentierte in die entgegengesetzte Richtung. Konflikte sollen nicht mit Waffen, sondern durch die Einrichtung von internationalen Schiedsgerichten gelöst werden. Die Abwesenheit von Waffen garantiere den Frieden.

Der Friedensnobelpreis wurde von Alfred Nobel gestiftet, um engagierte Menschen anzuerkennen, „der oder die am meisten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt und damit der Menschheit den größten Nutzen erbracht hat“. 1905 wurde der bedeutende Einsatz von Berta von Suttner mit dem Nobelpreis geehrt.

Nach dem Referat entstand eine lange und angeregte Diskussion über das Thema Frieden, das heute genau so aktuell ist wie damals. Die Teilnehmerinnen waren sich einig, dass Frauen in allen Ländern sich stärker am Friedensprozess teilnehmen müssen. In Kriegsgebieten sind Frauen und Kindern oft oft grausamer Gewalt ausgesetzt. Der Friedensnobelpreis 2018, der an Denis Mukwege und Nadia Murad für ihren Kampf gegen sexuelle Gewalt als Kriegsmittel verliehen wurde, scheint ein Zeichen der Hoffnung für die Welt zu sein.

Das nächste ökumenische Frauenfrühstück findet am 23.03.2019 statt. Gemeindediakonin Ute Dumke hält einen Vortrag zum Thema „Mir wird alles zu viel-Warum es nicht gut ist, um jeden Preis weiterzumachen.“