Das erste ökumenische Frauenfrühstück in Sandhausen fand im November 2012 statt. Das Projekt war gleich ein Erfolg und hat sich nun zu einer festen Veranstaltung etabliert. Zweimal im Jahr, im Herbst und im Frühjahr, laden wir alle interessierten Frauen aus Sandhausen und der Umgebung ein. Das Frühstück findet wechselweise im katholischen Gemeindezentrum und im evangelischen Gemeindehaus statt.

Bei jedem Frauenfrühstück gibt es einen Vortrag aus dem Themenbereich Lebens- und Glaubensfragen. Jede Referentin prägt mit ihrem Beitrag die Aura der Veranstaltung. Bei diesem lebendigen ökumenischen Projekt steht die Begegnung im Mittelpunkt. Unser Rahmenprogramm lässt viel Zeit für Gespräche und Austausch zu.

Unser ökumenisches Team ist inzwischen gut eingespielt und wird von vielen freiwilligen Helfern unterstützt.

Das reiche Angebot des Buffets wird geschätzt. Nach Möglichkeit kaufen wir sämtliche Lebensmittel bei Händlern in Sandhausen ein, um diese zu unterstützen. Und die vielen selbstgemachte Sachen wie Marmeladen, Kuchen, Hörnchen und Aufstrichen kommen immer sehr gut an.

Zwischen Himmel und Erde. Ein Lebensbericht

Ökumenisches Frauenfrühstück mit Isabel Prinzessin zu Löwenstein

Der Titel des Liedes „Zwischen Himmel und Erde“ von Andrea Frey spiegelt die Lebenssituation von Prinzessin zu Löwenstein und wurde von ihr zum Thema des Referats gewählt. Mit beiden Beinen auf der Erde – mehr oder weniger wackelig -, die Arme zum Himmel ausgestreckt, voll Sehnsucht nach Gottes Führung.

Beim ökumenischen Frauenfrühstück am 24.November gab die Referentin ganz persönliche Einblicke in ihr Leben. Den etwa 60 teilnehmenden Frauen wurde kein Märchen aus der Adelswelt erzählt, vielmehr entwickelte sich über mehrere Etappen ein offener und ehrlicher Bericht von den wichtigsten Ereignissen im Leben der Prinzessin zu Löwenstein. Aufmerksam und mitfühlend nahmen die Frauen an die Höhen und Tiefen dieses Lebens teil; es war ganz still im Saal während des Vortrags, das intensive Zuhören war spürbar.

Prinzessin zu Löwenstein erzählte, wie sie ihren Mann kennenlernte und wie unsicher sie damals war angesichts der Erwartungen, die an sie als zukünftige Prinzessin gestellt werden könnten. Nach der Hochzeit zog das Paar nach Wertheim, wo ihr Mann den väterlichen Betrieb verwaltete. Gemeinsam standen sie zahlreiche und schwierige Prüfungen durch, vom Umgang mit der anfängligen Kinderlosigkeit über den Verdacht auf Brustkrebs bis zu der Einsicht, dass der Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben werden musste. Schließlich folgten die Krankheit und dann der Tod ihres Mannes im Herbst 2016, schwere Zeiten, die die Familie gemeinsam bewältigte.

Jeden Lichtblick in ihrem Leben veranschaulichte Prinzessin zu Löwenstein durch das Anzünden einer Kerze – bis am Ende des Referats der Tisch voll brennender Kerzen stand. Die Hinwendung zum christlichen Glauben bei einer Osterfreizeit, die Geburten der drei Kinder, die sie als Wunder und Geschenke erlebte, und ihre Anfänge mit „Stufen des Lebens – Religionsunterricht für Erwachsene“ waren einige dieser Lichtblicke.

Prinzessin zu Löwenstein wünschte den Teilnehmerinnen, dass sie durch das Hören dieser Lebensgeschichte an der einen oder anderen Stelle Lichtspuren im eigenen Leben entdeckten. Vor allem wünschte sie, dass sie Sehnsucht bekämen nach dem, der so nah und doch so fern, so spürbar und dann doch wieder so gehemsnisvoll ist.

Das nächste ökumenische Frauenfrühstück findet am 15.02.2020 im Katholischen Gemeindezentrum statt. Ingeborg Vins widmet sich dem Thema „Wie wir wurden wie wir sind.“ Ein interaktiver Vortrag über prägende Gedanken, Emotionen und Erlebnisse.