Das erste ökumenische Frauenfrühstück in Sandhausen fand im November 2012 statt. Das Projekt war gleich ein Erfolg und hat sich nun zu einer festen Veranstaltung etabliert. Zweimal im Jahr, im Herbst und im Frühjahr, laden wir alle interessierten Frauen aus Sandhausen und der Umgebung ein. Das Frühstück findet wechselweise im katholischen Gemeindezentrum und im evangelischen Gemeindehaus statt.

Bei jedem Frauenfrühstück gibt es einen Vortrag aus dem Themenbereich Lebens- und Glaubensfragen. Jede Referentin prägt mit ihrem Beitrag die Aura der Veranstaltung. Bei diesem lebendigen ökumenischen Projekt steht die Begegnung im Mittelpunkt. Unser Rahmenprogramm lässt viel Zeit für Gespräche und Austausch zu.

Unser ökumenisches Team ist inzwischen gut eingespielt und wird von vielen freiwilligen Helfern unterstützt.

Das reiche Angebot des Buffets wird geschätzt. Nach Möglichkeit kaufen wir sämtliche Lebensmittel bei Händlern in Sandhausen ein, um diese zu unterstützen. Und die vielen selbstgemachte Sachen wie Marmeladen, Kuchen, Hörnchen und Aufstrichen kommen immer sehr gut an.

Den Umständen zum Trotz: Wie das Gottvertrauen in Lebenskrisen gestärkt werden kann

Das 17. ökumenische Frauenfrühstück

Nach fast drei Jahren Pause war es so weit: Das beliebte Frauenfrühstück konnte endlich wieder stattfinden. Wegen der Pandemie war das Treffen mehrmals abgesagt worden, aber um so größer war die Freude, als am 19. November, einem Samstag, etwa 50 Frauen aus Sandhausen und der Region im evangelischen Gemeindehaus zusammenkamen. Neben einem Glas Sekt, einem festlich dekorierten Buffet und guten Gesprächen an den Tischen gab es wie gewohnt ein Referat zu einem lebensnahen Thema. Die Referentin Ruth Kölbel war mit ihrem Mann zur Veranstaltung angereist. Das Ehepaar leitete von 1986 bis 2008 das CVJM-Lebenshaus „Schloss Unteröwisheim“ in Kraichtal. Mitgebracht hatten sie auch allerlei Deko- und Geschenkartikel aus dem Lebenshaus, die zum Verkauf angeboten wurden.

Ist es möglich, trotz Lebenskrisen, Schwierigkeiten und Schicksalsschlägen froh zu sein? Kann es das überhaupt geben? Ruth Kölbel machte mit ihrem Vortrag Mut und legte dar, wie Belastungen dazu führen können, dass wir gestärkt aus einer Krise kommen. Eine schwere Belastung kann bewirken, dass wir andere Menschen besser verstehen, Mitgefühl lernen und Eigenschaften wie Wertschätzung und Hilfsbereitschaft entwickeln.

Auch aus ihrem eigenen Leben erzählte Ruth Kölbel, weil sie selbst erleben durfte, dass Gott Gebete erhört. Als sie im Mädcheninternat jede Nacht weinte und Gott um eine Freundin bat – Gott hörte sie. Als ihr kleiner Sohn schwer erkrankt war oder als sie nach einem Umzug am neuen Ort unglücklich war und depressiv wurde – Gott hörte ihre Gebete und half ihr aus der Not. Gott unsere Not zu klagen und auszusprechen, was uns belastet, schafft Frieden. Verdrängen dagegen führt zum Gefühl der Ohnmacht.

Nicht nur durch Bibelzitate, auch durch vielseitige Literatur zeigte die Referentin, dass wir nicht aufhören dürfen, Gott zu vertrauen. So zitierte sie den Geigenbauer Martin Schleske, der in seinen Büchern beschreibt, warum gute Geigen nur aus dem Holz von ganz besonderen Bäumen gebaut werden können. Bäume, die Widerstand aushalten mussten, sind am besten geeignet. Bei uns Menschen sei es ähnlich, sagte Ruth Kölbel. Auch wir geben unsere in der Lebenskrise gewonnene Kraft weiter wie die Geigen die Musik. Barbara Brown Taylor beschreibt in ihrem Buch „Learning to walk in the dark“, wie Gott uns etwas Neues in der Dunkelheit zeigen kann, und wir sollten nicht vergessen: Nur in der Dunkelheit sieht man die Sterne.

Karin Maier

Das nächste ökumenische Frauenfrühstück findet am 11. Februar 2023 um 9:30 Uhr im katholischen Gemeindezentrum statt. Frau Ingeborg Vins aus Leimen hält einen Vortrag zum Thema „Wie wir wurden was wir sind. Frischer Wind in alten Segeln.“ Anmeldung bis zum 07.02 bei: Ev. Pfarramt, Tel. 06224-51000, Kath. Pfarramt, Tel 06224-2311 oder per Email: frauenfruehstuecksandhausen@web.de. Für Kinderbetreuung ist gesorgt.  Wir freuen uns auf Ihr Kommen!