Jubiläum des Ökumenischen Helferkreises Sandhausen

Mit einem eindrucksvollen Gottesdienst begann die Feier zum zehnjährigen Bestehen des
Ökumenischen Helferkreises Sandhausen. Symbolträchtig trat Pfarrer Mathias Thurner mit
einem Koffer in der Hand, dem Handy am Ohr und suchendem Blick in die Kirche – ein
starkes Bild für Aufbruch, Orientierungslosigkeit und Neuanfang. So, wie ihn viele
Geflüchtete erleben.
Im Mittelpunkt des Tages stand nicht nur der Rückblick, sondern vor allem das, was den
Helferkreis ausmacht: das Miteinander, das aus Herz, Verstand und gelebter Solidarität
entsteht.
Der Gottesdienst wie auch der anschließende Empfang zeigten eindrucksvoll, wie aus
Fremden Freunde werden – durch Nähe, Offenheit und gegenseitigen Respekt.
In bewegenden Worten wurde vielen Menschen gedankt: den Ehrenamtlichen, den
Geflüchteten, Partnern aus Kirche, Gemeindeverwaltung und allen Wegbegleitern – allen
Unterstützenden, die meist im Stillen, aber stets mit großer Wirkung zum Gelingen
beigetragen haben.
Bürgermeister Hakan Günes würdigte in seinem Grußwort das Engagement mit herzlichen
Worten: Sandhausen sei stolz auf die gelebte Integration, zu der der Helferkreis
maßgeblich beiträgt.
Ein Höhepunkt des Jubiläums war die Ausstellung der Diakonie „Es liegt ein Schatz in den
Menschen“ – eine berührende Fotodokumentation des Mannheimer Fotografen Alexander
Kästel über Flucht, Hoffnung und Menschlichkeit.
Auch ein besonderes Projekt wurde vorgestellt: Gudrun Bernhard sammelte internationale
Rezepte aus dem Kreis der Engagierten. Die Sandhäuser Künstlerin Kazhal Zaree
illustrierte sie liebevoll und detailreich. Obwohl das geplante internationale Kochbuch noch
nicht fertiggestellt werden konnte, gab es eine Leseprobe – und eine Vorbestellliste, die
sich schnell füllte. Weitere Informationen zum Verkauf folgen in Kürze.
Mit dabei war auch die Sandhäuser Bürgerinitiative „Bündnis für Demokratie und
Menschenrechte“. Mit bunten Bändern konnten Gäste ein sichtbares Zeichen für Vielfalt
und Zusammenhalt setzen – ein stilles, aber kraftvolles Statement.
Den Abschluss bildete eine herzliche Einladung: Das Begegnungscafé im Gemeindehaus,
das jeden Dienstag zwischen 17 und 19 Uhr stattfindet, bleibt auch künftig ein Ort des
Austauschs und der Begegnung.
Denn, wie es am Ende hieß:

„Fremde sind Freunde, die wir nur noch nicht kennengelernt haben.“

Die nächsten zehn Jahre dürfen kommen – getragen von Menschlichkeit, Mut zur Nähe
und dem Vertrauen: Jeder Mensch ist willkommen.
Tanja Diem