Es war ein außergewöhnlich großer Gottesdienst, der am vergangenen Sonntag in der Christuskirche gefeiert wurde. Anlass war der Auszug aus dem Gebäude wegen der anstehenden Renovierungs- und Neubaumaßnahmen, die nun beginnen.

Alle Musikgruppen der Gemeinde waren beteiligt: der Kinderchor (Christine Ebbinghaus), der Posaunenchor (Michael Häcker) und der Kirchenchor (Norbert Gubelius) sowie Ruth Kern an der Orgel und Stefan Siebig an der Trompete. Festliches aus Händels „Feuerwerksmusik“ von Orgel und Trompete, fröhliche Töne vom Kinderchor mit dem Lied „Jahreszeiten“, Sommerliches vom Kirchenchor mit „Geh aus, mein Herz“ und auch getragene Musik mit dem Lied „Meine Hoffnung“, das alle zusammen anstimmten beim Verlassen der Kirche.

Zuvor wies Pfarrer Bernhard Wielandt in seiner Predigt darauf hin, dass durch den Umbau in der Kirche Veränderungen vor sich gehen werden, die am Ende vielleicht nicht nur Zustimmung finden würden, weil sie ungewohnt sein werden. Zum Beispiel bekommt die Kirche eine neue Bestuhlung, der Altarraum wird neu gestaltet und die Zwischendecke wird entfernt werden, wodurch sich die Akustik ändern könnte. Die Gemeinde steht vor einer Phase der Ungewissheit, deren Ende wir voll Gottvertrauen entgegensehen können.

Besonders feierlich wurde es, als die liturgischen Geräte wie Altarkreuz, Licht der Osterkerze, Altarbibel und Lektionar, Abendmahlskelch und -schale, Taufgeräte, das Parament und das Opferkörbchen zum Auszug positioniert und von den Pfarrern Bernhard Wielandt und Mathias Turner mit Gebeten begleitet wurden. Einige Konfirmierte und Kirchenälteste halfen tragen. In gemessenem Schritt verließ der Zug der Gemeinde die Kirche und sang dabei „Meine Hoffnung“.

Es ging zur Seitentür hinaus, gegen den Uhrzeigersinn um die Kirche herum, bis alle rund um das Gebäude stehen blieben. Es war der Moment, in dem einige Tränen geweint wurden. Ein Band wurde ausgerollt, das die um die Kirche Stehenden miteinander verband als Symbol für die Verbundenheit im Glauben. Die Anwesenden beteten das Vaterunser und sangen gemeinsam „Komm Herr, segne uns“. Diesem Wunsch schließen wir uns an.

H. Ortlepp