Weltgebetstag am 5. März 2021 muss leider ausfallen

Die anhaltende Pandemie zwingt uns, den Weltgebetstag abzusagen. Vanuatu wäre dieses Jahr an
der Reihe gewesen. Als kleiner Trost ein paar Informationen über Land und Leute. Aber auch über
die Missstände, die dieser Gottesdienst aufgegriffen hätte.

Paradies im Pazifik

Vanuatu ist ein Land am anderen Ende der Welt. Zwischen Australien und den Fidschi-Inseln
gelegen, sind die 83 Inseln ein Paradies im Südpazifik: Türkis-blaues Meer, vielfältige Tier- und
Pflanzenwelt, Vulkane und Regenwald gibt es dort. Auch ein UNESCO-Kulturerbe kann der
Inselstaat bieten. Sandroing, so nennt man diese Sandzeichnungen, mit denen auf Vanuatu die Welt
erklärt oder kleine Botschaften hinterlassen werden.

Nicht sehr paradiesisch sind Erdbeben und Tropenstürme, die das Land immer wieder treffen.
Zyklon Pam zerstörte 2015 große Teile des Landes. Menschen starben und verloren ihr Zuhause. Im
Frühjahr 2020 folgte Zyklon Harold. Jahr für Jahr, bauen die Ni-Vanuatu, wie die Einwohner
Vanuatus heißen, ihr Zuhause wieder auf. Nicht jeder Sturm ist so zerstörerisch, doch trägt der
Klimawandel dazu bei, dass die Zyklone wohl zukünftig stärker und damit gefährlicher für Land
und Leute werden.

Passend dazu, lautete das Motto des Weltgebetstags aus Vanuatu: „Worauf bauen wir?“ Im
Mittelpunkt war der Bibeltext aus Matthäus 7, 24 bis 27 vorgesehen. Mit dem von ihnen gestalteten
Gottesdienst wollten die Frauen aus Vanuatu ermutigen, das Leben auf den Worten Jesu
aufzubauen. Sie sollen der felsenfeste Grund für alles menschliche Handeln sein. Denn nur das
Haus, das auf festem Grund steht, kann gegen Stürme bestehen. So heißt es in der Bibelstelle bei
Matthäus.

Ruth Dovo arbeitet im Rat der Kirchen Vanuatus als Gleichstellungsbeauftragte und Führungskraft
im Bereich Prävention und Bewältigung von Katastrophen. Sie ist außerdem die Vorsitzende des
Weltgebetstags-Komitees in Vanuatu. Sie erzählt, dass nach dem Zyklon Pam am 14.3.2015 die
Verteilung von Nothilfepaketen z.B. über die Register der „Haushaltsvorstände“ organisiert wurde.
Weil aber jeweils nur Männer als Haushaltsvorstand registriert waren, blieben alleinstehende Frauen
unberücksichtigt. Darunter unzählige alleinerziehende Mütter und Witwen. Sie waren gezwungen,
sich an einen männlichen Verwandten zu wenden, um an Nahrung und Hilfe gelangen zu können.

Ähnlich ging es vielen Menschen mit Behinderung, deren besondere Bedürfnisse nicht
berücksichtigt wurden.
Es kam auch zu besonders viel Gewalt gegen Frauen und Kinder, weil die Notfallunterkünfte keinen
besonderen Schutz für sie boten, sanitäre Anlagen nicht abschließbar waren, zumeist auch nicht
barrierefrei.

Ruth Dovo schildert in einem Interview, welche Maßnahmen sie ergriffen hat, damit sich die Lage
für Frauen und Kinder, für Singles, für Menschen mit Behinderungen und für Minderheiten in der
Gesellschaft im Katastrophenfall verbessert.

Zitat: „Aus früheren Katastrophen haben wir gelernt, dass es extrem wichtig ist, möglichst viele zu
beteiligen, damit wirklich die Bedürfnisse aller zur Kenntnis genommen werden. Dazu gehört, dass
sie selbst mitsprechen wollen bei der Erbringung von Dienstleistungen und dass die
Interessenvertretung der Rechte der Menschen gehört werden. Wir müssen uns darüber im Klaren
sein, dass jede*r Teil der Gemeinschaft und Teil der Kirche ist.
Der Tropische Zyklon Pam überraschte die Menschen und dies lehrte uns eine Menge Lektionen.
Bei den Evakuierungszentren der Kirche wussten wir beispielsweise nicht, dass wir
standardbetriebliche Verfahren brauchen oder sicherstellen müssen, dass Einrichtungen für
Menschen mit Behinderungen zugänglich sind.

Wir sind dabei, alle Evakuierungszentren der Kirche auf Efate, Santo, Malekula und Pfingsten für
inklusives Design zu kartieren.
Die Kirche ist eine wichtige Institution in Vanuatu, und wir spielen eine wichtige Rolle bei der
Katastrophenvorsorge und -reaktion. Mit mehr Personal und Ressourcen können wir mehr
erreichen, aber wir brauchen Finanzmittel, um sicherzustellen, dass unsere Ausbildung und unsere
Dienstleistungen die Gemeinschaft in allen Provinzen erreichen können.“

Die Kollekte des diesjährigen Weltgebetstags wäre an die wichtige Arbeit in Vanuatu gegangen.
Einen kleinen Einblick konnte ich Ihnen hoffentlich geben. Wenn Sie diese Arbeit unterstützen
möchten, können Sie dies unter der folgenden Bankverbindung gerne tun.

Weltgebetstag der Frauen – Deutsches Komitee e.V.
Evangelische Bank eG. Kassel
IBAN: DE60 5206 0410 004 0045 40
Zweckbindung: Vanuatu

Wir danken für Ihre Spende und hoffen, dass wir nächstes Jahr wieder in ökumenischer
Gemeinschaft den Weltgebetstag miteinander abhalten dürfen!
Mit freundlichen Grüßen,

Tanja Diem


Der Weltgebetstag 2021 findet  statt – nur anders! In Schwetzingen…

über youtube am 5. März ab 18.00 Uhr abrufbar  link folgt noch