Freitag, als die ersten Teile angeliefert und aufgebaut wurden, schlug der Puls ja noch normal. Die Anspannung stieg Sonntagmorgen vor dem Gottesdienst insbesondere bei den Kindern, spätestens aber als sie begleitet von Posaunenfanfaren in die Kirche einzogen. Im Wechselgesang mit den Gottesdienstbesuchern im Gebet war feierliche Konzentration gefordert. Dann musste einfach die Unruhe alle erfassen. Vielleicht ging deswegen die Predigt um Bilder einer lebendigen Gemeinde und Darstellung wovon und wodurch eine Gemeinde lebt. Das Schlussgeläute und ein kräftiges Posaunenstück zum Ausgang bereitete den freudigen Auftakt zum Fest. An Grill, Essens- und Getränkeausgabe standen die Hungernden in doppelten Schlangen.

Es füllten sich die Tischreihen. Das Essen war reichlich. Schattenplätze wurden bevorzugt. Und zu erzählen gab es offenbar auch genug – die Wogen glätteten sich in der Hoffnung, dass ja jetzt das Programm beginnt. Die Ersten schauten schon zur Uhr: Wann fängt der Fußball an? Aber jetzt ging das Gewusel erst richtig los. Eine Spielstraße für Kinder wurde zur Attraktion und weiter hinten loderten die Flammen für Stockbrot und Lagerstimmung, wie es sie nur bei den Zugvögeln geben kann. Waren die Teller grade abgeräumt, begannen der Jugendchor „REMIX“, eine Flötengruppe und der Kirchenchor mit ihren Darbietungen auf der „Festwiese“. Der Applaus signalisierte, hier wurden Treffer gelandet. Der Sonne muss es auch gefallen haben: sie heizte zusätzlich ordentlich ein. Und ständig liefen fleißige Helfer zum Kühlwagen. Im fast kühlen Spielzimmer konnten sich Interessierte über die Planung und den Fortgang der Bauvorhaben und die Erfolge und Ziele der Aktion „Grüner Gockel“ informieren. Aus dem Clubraum kamen volle Kuchenteller; im Treppenhaus duftete es nach Kaffee.

Es gibt einen Grund, warum keine Namen von Verantwortlichen bei all diesen geballten Aktivitäten genannt werden: Ein Ausschuss hatte sich schon lange zuvor mit der Planung befasst. Die Mitarbeiter des Kindergartens trugen kistenweise Spielsachen heran und planten die Aufbauten. Die Chöre und die Gruppen der Zugvögel probten und organisierten ihren Part, Schautafeln wurden erstellt und Mitarbeits-Listen kamen in den Umlauf. Überall waren leitende Köpfe und gestaltende Hände im Einsatz und viele Gäste griffen beherzt mit an. Da wäre es schade, wenn plötzlich jemand ungenannt bliebe. Und es hätte vielleicht gerade diejenigen getroffen, die in alter Treue hinter den Kulissen gewirkt haben – zum Beispiel in der Küche oder beim Aufbau und Abbau und die es dann nur erschöpft noch zum Anpfiff geschafft haben. Ihnen allen gebührt ein ganz herzlicher Dank. Sie alle haben gezeigt, dass ein Gemeindefest ein Gemeinschaftsfest werden kann. Das tut einer lebendigen Gemeinde gut – und dafür danken Pfarrer, Diakonin und Kirchengemeinderat besonders.  (DS)