Eintrag 43, KW36/ 2020

„Die Verhandlung der Teilbaufreigabe für die Renovierung der Außenfassade“

Selbst unter den Einschränkungen, die die Corona-Pandemie bei der Gremienarbeit mit sich brachte, konnten wir noch vor den Sommerferien die Planung der Kirchenrenovierung und des Gemeindehausneubaus wieder aufnehmen. Was zunächst für April geplant war, hat tatsächlich im Juni wieder Fahrt aufgenommen: Das Generalplanungsteam der Wulf/ Architekten ist um eine halbe Planstelle erweitert worden. Die beteiligten Ingenieurbüros und Fachplaner haben ihre Kapazitäten wieder auf unser Projekt umgeschichtet. Auf den unterschiedlichsten Gewerken gilt es nun, die Planungen zu vertiefen und die Kostenschätzungen von 2018 zu überprüfen.

Noch vor der Sommerpause ist nun auch der Rahmenterminplan soweit in die Tiefe geplant, dass wir langsam einen groben Überblick über den Beginn, den Verlauf und den Abschluss der Baumaßnahme haben. Dass die Abstimmung der Abläufe so kompliziert war, lag nicht nur an der komplexen Aufgabe, sondern auch an den Vergabe-Vorschriften des Oberkirchenrats. Ich erwähnte schon in einem der vorigen Einträge, dass vor der Bau- und Mittelfreigabe der kirchlichen Baubehörde 80% des Kostenvolumens bei den Ausschreibungen feststehen müssen. Diese Maßgabe dient der Kontrolle, ob man den Budgetrahmen aus der Kostenschätzung zum Zeitpunkt der ersten grundsätzlichen Genehmigung und Mittelzusage einhalten kann. Nun ist es aber gar nicht so einfach, diese 80% zu erreichen. Denn zum Teil müssen dazu schon im ersten Vergabepaket Gewerke ausgeschrieben und submissioniert werden, die erst ganz am Ende der Baumaßnahme ausgeführt werden. Darüber hinaus dauert die Ausschreibung von 80% der Bausumme bei einem so komplexen Bauvorhaben mit entsprechendem Vorlauf fast ein ganzes Jahr.

Am Beginn der Baumaßnahme stehen die Renovierungen an der Außenhülle. Nach der Vorgabe aus dem EOK dürften wir mit dieser in der Vorbereitung und Ausschreibung vergleichsweise unspektakulären Maßnahme erst beginnen, wenn das Ziel der 80%igen Kostenklarheit hergestellt ist. Dagegen jedoch mit der Außenhülle bereits zu beginnen, schafft auch Fakten. Für die übrige Baumaßnahme kommt man dann auch in Zugzwang. Schließlich hat keiner ein Interesse daran, den Bauablauf noch einmal zu unterbrechen, wenn er mal angelaufen ist.

Im Ergebnis der Beratungen haben wir nun einen Kompromiss vorliegen: Der Oberkirchenrat wird uns für die Außenrenovierung eine begrenzte Teilfreigabe geben und dafür auch die Mittel bereits auszahlen. Für uns Projektverantwortliche vor Ort bedeutet das jedoch im Umkehrschluss, dass wir seriös und kostenorientiert weiterplanen müssen, um den reibungslosen Ablauf des Bauprozesses nicht zu gefährden.

Mit herzlichen Grüßen,

Bernhard Wielandt, Pfr.