„Die Abbrucharbeiten im Innern der Kirche“

Es kommt in diesen Tagen nicht oft vor, dass eine Firma sich aktiv bei uns meldet und darum bittet, mit den Arbeiten schon vor den abgeschlossenen Verträgen mit der Ausführung beginnen zu dürfen. Den meisten Firmen müssen wir derzeit hinterhertelefonieren und sie inständig um Angebotsabgabe oder Beginn der Arbeit bitten. Doch auch das Gegenteil ist möglich in diesen verrückten Zeiten.

Erlebt haben wir es bei der Abbruchsfirma für den Innenraum der Kirche. Der Bauleiter bat uns, sofort anfangen zu dürfen. Wir haben uns gefreut und zugesagt. Und seit zwei Wochen verändert sich Stück für Stück der Innenraum: Zuerst wurden die Bänke ausgeräumt. Mit Teilen der dicken Bohlen, auf denen die Gemeinde zuvor gesessen hatte, wurden die Säulen eingeschalt und so vor Stößen und herabfallenden Teilen geschützt. Danach wurde mit dem Ausbau der Zwischendecke begonnen.

Das Bild zeigt, wie die Arbeiter vorgehen: Auf einem fahrbaren Gerüst stehend, demontieren sie zunächst die Bretter der Zwischendecke und danach auch die Unterkonstruktion.

So kommen immer größere Teile der originalen Kirchendecke aus dem Jahr 1866 zutage. Erkennen kann man die reiche Farbenpracht und die Schablonenmalerei aus der Neugotik, mit der sie gestaltet wurde. Deutlich werden aber auch die Beschädigungen, die man in Kauf genommen hat, als die Zwischendecke in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts eingezogen wurde. Alle historischen Gestaltungselemente, die der Unterkonstruktion im Weg waren, sind achtlos herausgehauen und unwiederbringlich zerstört worden. Es wird noch zu entscheiden sein, wie genau man mit den vorhandenen Schäden umgeht. Doch das Bild zeigt auch, dass die Decke trotz der Schäden in ihrer überwältigenden Strahlkraft noch voll und ganz zur Geltung kommt. Die Störungen werden das Gesamtbild nicht nachhaltig beeinträchtigen.

Wenn die Decke wieder vollständig freigelegt ist, wird man auch die historischen Emporenteile wieder sichtbar machen und die nachträglich eingebrachten Emporenteile zurückbauen.

Zum Schluss steht noch der Ausbau des Holzbodens, des Fliesenbelags und des Estrichs an. Da wir künftig eine Fußbodenheizung haben werden, muss der ganze Bodenaufbau neu gestaltet werden.

Mit herzlichen Grüßen, Bernhard Wielandt, Pfr.

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